Hund und Obst: Was ist gesund, was nicht?

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Von: Julia Mey

Viele Hunde beobachten interessiert, wenn ein Apfel geschnitten oder eine Banane geschält wird. Doch nicht jedes Obst eignet sich für die Vierbeiner.

Während einige Früchte wertvolle Nährstoffe für Hunde liefern, können andere Vergiftungen oder Verdauungsprobleme auslösen. Bei Obst hängt es ganz von der jeweiligen Sorte ab, ob Sie es anbieten können oder nicht.

Warum Obst für Hunde interessant ist

Anders als Katzen sind Hunde keine reinen Fleischfresser. Ihr Verdauungssystem ist omnivor und kann pflanzliche Bestandteile verarbeiten. Obst liefert Ballaststoffe, die die Verdauung unterstützen, aber auch Vitamine und Mineralstoffe sowie Flüssigkeit, besonders an heißen Tagen. Dennoch gilt: Obst ist für den Hund nur ein ergänzender Snack und keinesfalls Hauptfutter. Maximal 10 Prozent der täglichen Kalorien sollten aus Obst stammen. So vermeiden Sie Übergewicht oder Verdauungsprobleme.

Chihuahua isst eine Banane.
Bananen sind gesunde Leckerbissen für Hunde. Aber Vorsicht: Sie enthalten nicht nur Vitamine, Kalium und Magnesium, sondern auch viel Zucker. © vadzimmashkou/Imago

Dürfen Hunde Apfel essen?

Bevor Sie ein Stückchen Apfel anbieten, sollten Sie ihn gründlich waschen und die Kerne entfernen. Das gilt auch für alle anderen Obstsorten. Bei Beeren schneiden Sie außerdem grüne Blattteile ab. Wichtig sind außerdem kleine, gut kaubare Häppchen.

Gesundes Obst für Hunde

Diese Sorten können Sie Ihrem Hund bedenkenlos anbieten:

  • Bananen: Hunde dürfen Bananen in kleinen Mengen essen. Sie liefern Kalium, Magnesium und Ballaststoffe und eignen sich daher hervorragend als kleiner Snack. Die Schale sollte jedoch nicht verfüttert werden, da sie schwer verdaulich ist.
  • Äpfel: Äpfel für Hunde sind in Ordnung. Das knackige Obst ist kalorienarm und ballaststoffreich. Außerdem steckt Vitamin C darin, was die Gesundheit Ihres vierbeinigen Freundes unterstützen kann. Das Kerngehäuse muss entfernt werden, da Apfelkerne Blausäure enthalten und somit giftig sind.
  • Birnen: Ähnlich wie Äpfel sind Birnen gut verträglich und liefern wertvolle Ballaststoffe. Bieten Sie sie ohne Kerne an, da diese giftige Stoffe beinhalten können.
  • Erdbeeren: In den süßen, roten Beeren stecken Vitamin C und Antioxidantien. Sie können sie Ihrem Hund in kleinen Mengen als gesunden Snack anbieten. Wichtig dabei: Waschen Sie die Früchte vorher gründlich und verfüttern Sie nur das Fruchtfleisch und keine Blattreste.
  • Himbeeren: Himbeeren sind reich an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Kleine Portionen sind unproblematisch, allerdings können sie bei empfindlichen Hunden Blähungen auslösen.
  • Brombeeren: Als kleinen Snack zwischendurch eignen sich Brombeeren sehr gut. Sie sind zuckerarm und liefern viele Antioxidantien. Auch hier gilt: Vorher gut waschen.
  • Papaya: Papaya kann die Verdauung unterstützen, da sie Enzyme enthält, die den Magen-Darm-Trakt fördern. Entfernen Sie Kerne und Schale, bevor Sie Ihren Hund kosten lassen.
  • Feigen: Feigen sind sehr ballaststoff- und zuckerreich. In kleinen Mengen können gesunde Hunde sie vertragen, empfindlichen Tieren sollten Sie das Obst aus dem Orient jedoch nicht anbieten.
  • Pfirsiche und Nektarinen: Das Fruchtfleisch von Pfirsichen und Nektarinen darf in kleinen Mengen gefüttert werden. Die Steine müssen unbedingt entfernt werden, da sie Blausäure enthalten und zudem eine Erstickungsgefahr darstellen.
  • Pflaumen: Das Fruchtfleisch von Pflaumen können Sie in kleinen Mengen geben. Auch hier gilt: Achten Sie darauf, vorher die Kerne vollständig zu entfernen.
  • Blaubeeren: Eines der sichersten und gesündesten Obst-Leckerlis für Hunde sind Blaubeeren. Sie sind reich an Antioxidantien, enthalten Vitamine und Ballaststoffe und haben kaum Kalorien. Mehr als 5 Beeren am Tag sollten Sie trotzdem nicht anbieten.

Obst für Hunde – kurz und knapp

Muss das sein? Nein – Obst ist nur ein gesunder Snack.
Gut geeignet: Äpfel (ohne Kerne), Birnen (ohne Kerne), Bananen, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Pflaumen (ohne Stein), Papaya (ohne Kern und Schale), Feigen, Pfirsiche/Nektarinen (Stein entfernen), Blaubeeren
Nicht füttern: Avocado, Kirschen, Weintrauben, Rosinen, Zitrusfrüchte, roher Holunder, Granatapfel
Portion: Kleine Stücke, als Snack oder Beilage
Zubereitung: Roh, mundgerechte Stücke; Kerne/Steine/Schale entfernen, ggf. waschen

Ungesundes Obst für Hunde

Neben gesundem Obst gibt es auch Sorten, die für Hunde nicht infrage kommen:

  • Weintrauben und Rosinen: Für Menschen ein leckerer Snack zwischendurch, für Vierbeiner komplett ungeeignet. Weintrauben und Rosinen sind hochgiftig für Hunde. Schon kleine Mengen können zu akutem Nierenversagen führen, daher sollten sie niemals in den Napf gelangen.
  • Avocado: Avocados sind botanisch eine Beerenfrucht, enthalten jedoch Persin, das bei Hunden Magen-Darm-Beschwerden und sogar Herzprobleme verursachen kann. Daher ist Avocado für Ihren Vierbeiner tabu.
  • Kirschen: Die Kerne von Kirschen enthalten Blausäure und sind giftig für Hunde. Auch das Fruchtfleisch, das vergleichsweise nah am Kern sitzt, sollten Sie sicherheitshalber nicht verfüttern.
  • Zitrusfrüchte (Zitrone, Limette, Grapefruit): Zitrusfrüchte sind säurehaltig und können Magenreizungen verursachen. Ätherische Öle in Schale und Fruchtfleisch sind für Hunde außerdem ungeeignet.
  • Granatapfel: Granatapfel kann bei Hunden Magen-Darm-Beschwerden auslösen und ist daher nicht als Snack geeignet.
  • Holunder (roh): Roher Holunder enthält Sambunigrin, das im Körper zu Blausäure umgewandelt wird. Aus diesem Grund sollten Sie Holunder niemals roh an Ihren Hund verfüttern. Beim Kochen zersetzt sich der Giftstoff. Gekochten Holunder können Sie dagegen in kleinen Mengen anbieten – vorausgesetzt, Ihr Vierbeiner mag ihn.

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