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Politik kritisiert Brücken-Lockdown – NRW-Schulen in „Schwebezustand“

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Armin Laschet, NRW-Ministerpräsident, sitzt im Landtag
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte einen „Brücken-Lockdown“ vorgeschlagen. © Malte Ossowski/Sven Simon/Imago

Politiker aus Land und Bund haben Kritik zu Armin Laschets Vorschlag eines „Brücken-Lockdowns“ geäußert. Für die SPD leiden darunter vor allem die Schulen.

Köln/Düsseldorf – Nach dem „Brücken-Lockdown“-Vorstoß von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sieht die SPD-Opposition die Schulen im Schwebezustand. Schulministerin Yvonne Gebauer wolle noch am Mittwoch mit den Verbänden klären, wie es nach den Osterferien an den Schulen weitergehen solle, sagte SPD-Fraktionsvize Jochen Ott.

Brücken-Lockdown verursacht laut SPD Verunsicherung bei Schulen – Situation für Abi-Prüfungen unklar

Mit Laschets Äußerung zum „Brücken-Lockdown“ und seiner Forderung für die Schulen, sich zu fokussieren auf „das Notwendige“, sei laut Ott neue Verunsicherung entstanden. „2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und natürlich auch die Lehrkräfte wollen wissen, ob es für sie nach den Ferien nun mit dem Wechselunterricht weitergeht oder ob erneut Distanzunterricht an den NRW-Schulen angeordnet wird.“

Welche Auswirkungen die möglichen neuen Pläne auf den Prüfungsbetrieb hätten, sei ebenfalls unklar, monierte der SPD-Schulexperte. So sollten die schriftlichen Abiturprüfungen am 23. April starten, das dafür notwendige „Zweite Bildungssicherungsgesetz“ werde aber erst am 28. April in zweiter Lesung im Düsseldorfer Landtag beraten. Laschet hatte einen zwei- bis dreiwöchigen harten Lockdown verlangt, um damit die Zeit zu überbrücken, bis viele Menschen gegen das Coronavirus geimpft seien.

Brücken-Lockdown: Linken-Politiker übt Kritik an Laschstes „neuen Vokabeln“ und Corona-„Wirrwarr“

Auch der Chef der Linken-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, hat den Vorstoß von Armin Laschet kritisiert. Es brauche nicht permanent neue Vorschläge oder „neue Vokabeln“, sagte Bartsch am Mittwoch im Morgenecho im WDR5. Bartsch zufolge besteht aktuell ein „Wirrwarr“ aus „undurchschaubaren Regeln, nicht nachvollziehbaren Entscheidungen und immer neuen Vorschlägen. „Die Menschen können nicht mehr.“ Er forderte für eine längerfristige Perspektive einen breiten gesellschaftlichen Dialog, an dem neben Politik, Ärzten und Virologen auch etwa Pädagogen oder Psychologen beteiligt werden sollten. (dpa)

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