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Dritte Corona-Impfung in NRW: Antworten auf die wichtigsten Fragen

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Von: Benjamin Stroka

Ein Impfarzt zieht eine Spritze für eine Corona-Impfung auf.
Ab September wird für viele Menschen in NRW eine dritte Corona-Impfung zur Auffrischung angeboten (Symbolbild). © Rupert Oberhäuser / Imago

Ab September soll bestimmten Menschen eine dritte Impfung gegen das Coronavirus angeboten werden. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen im Überblick.

Düsseldorf – Etwa zwei Drittel aller Menschen in NRW haben eine Erstimpfung gegen das Coronavirus bekommen. Rund 55 Prozent, in etwa zehn Millionen Menschen, sind bereits vollständig geimpft. Bei einigen von ihnen lässt ersten Studien zufolge die Wirkung aber Stück für Stück nach. Vor allem im Hinblick auf die sich immer weiter verbreitende Delta-Variante im Land blicken die Gesundheitsminister im Bund mit Sorge auf diese Entwicklung.

Abhilfe soll eine dritte Impfung, auch Auffrischimpfung genannt, ab September schaffen. Entschieden wurde das bei der Gesundheitsministerkonferenz am Montag (2. August). Doch für wen soll das Angebot geschaffen werden? Wer soll die Impfungen durchführen? Und welcher Impfstoff wird dann verimpft? Die Antworten im Überblick.

Wen betrifft die dritte Impfung gegen Corona?

Vor allem geht es um Menschen im hohen Alter, Pflegebedürftige und Patienten mit Immunschwäche. Laut ersten Studienergebnissen lasse bei diesen Personengruppen die Immunantwort relativ schnell nach, heißt es im Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz. „Dies gilt insbesondere für die Gruppe relevant immungeschwächter Patientinnen und Patienten sowie für Höchstbetagte und Pflegebedürftige.“ Genau definiert wurde das Alter von den Ministern noch nicht, aber als hochbetagt gelten Menschen in der Regel ab 80 Jahren. Höchstbetagt wird normalerweise für Menschen ab 90 Jahren genutzt.

Die dritte Impfung soll aber auch vielen deutlich jüngeren Menschen angeboten werden. Nämlich allen, die bislang nur mit einem Vektor-Impfstoff geimpft worden sind. Das betrifft jeden, der entweder zwei Impfungen mit Astrazeneca oder eine Impfung mit Johnson & Johnson erhalten hat.

Grundsätzlich gilt, dass die dritte Impfung mindestens sechs Monate nach „Abschluss der ersten Impfserie angeboten“ werden soll, heißt es im Beschlusspapier.

Welcher Impfstoff kommt bei der dritten Corona-Impfung zum Einsatz?

Für die Auffrischimpfungen werden ausschließlich mRNA-Impfstoffe, also entweder Biontech oder Moderna, genutzt. Dabei ist es egal, ob die Betroffenen zuvor ihren vollen Impfschutz mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffes, eines Vektorimpfstoffes oder durch eine Kreuzimpfung (eine Dosis mRNA, eine Dosis Vektor) erhalten haben.

Wer soll die dritte Corona-Impfung verabreichen?

Ältere, die beispielsweise in Pflegeeinrichtungen leben, sollen wie schon bei den ersten Impfungen gegen das Coronavirus von mobilen Impfteams aus den Impfzentren und den behandelnden Ärzten geimpft werden. Wer selbst mobil ist, soll die Auffrischung in den Impfzentren, bei Hausärzten und auch bei Betriebsärzten erhalten können.

Ist eine dritte Corona-Impfung wirklich nötig?

Diese Frage lässt sich noch nicht mit Sicherheit beantworten. Klar ist: Die Datenlage ist noch sehr dünn. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat noch keine klare Empfehlung für eine dritte Corona-Impfung gegeben. Dafür fehlten in Deutschland noch die nötigen Daten, sagte STIKO-Chef Thomas Mertens am Freitag (30. Juli) der Deutschen Presse-Agentur. Aber die Kommission beschäftige sich derzeit intensiv mit der Frage. Patientenschützer hatten zuvor hingegen die Auffrischimpfung für ältere Menschen in Pflegeeinrichtungen gefordert.

Bereits am Sonntag (1. August) ist Israel vorgeprescht und bietet seitdem eine dritte Corona-Impfung zur Auffrischung für alle Menschen ab 60 Jahren an. (bs mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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