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Rhein-Erft-Kreis: Katastrophenfall aufgehoben – „Wunder, dass wir keine Vermissten und Toten haben“

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Von: Sebastian Peters, Melissa Ludstock

Nach den schweren Unwettern stapelt sich Erftstadt der Müll auf der Straße.
Der Katastrophenfall im Rhein-Erft-Kreis wurde aufgehoben. © Ying Tang/Imago

Ein Erdrutsch hat in Erftstadt-Blessem für Verwüstung gesorgt. Nun wurde der Katastrophenfall aufgehoben. Der Zusammenhalt der Betroffenen sei beeindruckend.

Update, 23. Juli, 18:49 Uhr: Behörden haben Freitagmittag die Erft im Bereich Bad Münstereifel grün eingefärbt. Damit würden die Kanalverbindungen getestet, berichtete der benachbarte Rhein-Erft-Kreis in Bergheim. „Es besteht der Verdacht, dass Kanalschächte aus dem 17. und 18. Jahrhundert freigespült wurden“, hieß es. Die Kreisverwaltung betonte, dass die Grünfärbung nach Angaben der Leitstelle des Kreises Euskirchen unschädlich sei.

Rhein-Erft-Kreis: Katastrophenfall aufgehoben – „Wunder, dass wir keine Vermissten und Toten haben“

Update, 23. Juli, 14:50 Uhr: Gut eine Woche nach dem verheerenden Hochwasser hat der Rhein-Erft-Kreis mit dem besonders stark betroffenen Erftstadt den Katastrophenfall aufgehoben. Es gebe keine kreisweite Einsatzlage im Sinne des Katastrophenschutzrechtes mehr. Das liege auch daran, dass die Steinbachtalsperre gesichert werden konnte, so der Kreis am Freitag.

„Es grenzt an ein Wunder, dass wir bis heute keine Vermissten und Toten zu vermelden haben“, sagte Landrat Frank Rock. Er bedankte sich bei allen Helfern für ihren Einsatz im Katastrophengebiet. Die große Hilfsbereitschaft der Menschen habe ihn tief beeindruckt.

Nach Erdrutsch in Erftstadt – „Erholung und Ablenkung“ für Kinder geplant

Update, 22. Juli, 12:47 Uhr: Knapp eine Woche ist seit den massiven Überschwemmungen im Kreis Düren, im Kreis, Euskirchen, im Rhein-Sieg-Kreis und im Rhein-Erft-Kreis vergangen. Noch immer befinden sich viele Menschen in Notunterkünften. Die Caritas Düren-Jülich will vor allem den Kindern „ein wenig Erholung und Ablenkung“ schenken und startet kurzerhand ein „Sonder-Ferienprogramm“.

Kinder zwischen 6 und 12 Jahren können ab kommender Woche bei der Caritas betreut werden. Das Angebot richtet sich an „vom Hochwasser besonders betroffene Familien aus Erftstadt, dem Rhein-Erft-Kreis und dem Kreis Düren“, so die Stadt Erftstadt auf Facebook. Diese Ferienmaßnahme wird vom 28. Juli bis einschließlich 7. August durchgeführt.

Los geht es nächsten Mittwoch, 28. Juli. Das kostenlose Sonder-Ferienprogramm in Nörvenich-Eggersheim hat dabei 50 Teilnehmerplätze. Anmeldungen werden ab sofort unter der Mail-Adresse jahlert@caritas-dn.de entgegengenommen. Zusätzlich wird am Wochenende eine Anmelde-Hotline unter den Nummern 02421 481-63 und 02421 481-55 freigeschaltet (Samstag und Sonntag, von 10 bis 13 Uhr).

Nach Erdrutsch in Erftstadt – Kanal sorgt für Gerüchte in den Sozialen Medien

Update, 21. Juli, 7:13 Uhr: Bei einem freigelegten Rohr im von der Hochwasserkatastrophe besonders stark betroffenen Stadtteil Blessem handelt es sich nicht um eine unterirdische Flussleitung. Darauf weist der Kreis Rhein-Erft-Kreis am Mittwochabend per Mitteilung hin. Der Kreis reagiert damit auf Gerüchte in den Sozialen Medien, bei denen Fotos eines freigelegten Rohres mit dem Hinweis veröffentlicht wurden, an der Katastrophe sei der unterirdische Flusslauf schuld. „Es handelt sich um einen Mischwasserkanal mit einem Durchmesser von 1,20 Metern. Er gehört zur städtischen Kanalisation und dient der Wasserableitung“, heißt in der Mitteilung.

Die Zuständigkeit liege bei der Stadt Erftstadt und der Bezirksregierung Köln. „Es handelt sich hier somit nicht um einen unterirdischen verrohrten Fluss.“ In den vergangenen Tagen kam es immer wieder zu Gerüchten und Falschmeldungen in den Sozialen Medien.

Hochwasser in Erftstadt: Lieferstrecken teilweise wieder frei

Update, 15:10 Uhr: Ein Teil der vom Hochwasser schwer betroffenen B265/Luxemburger Straße ist wieder befahrbar und für Anliegerverkehr geöffnet. Wie die Stadt Erftstadt am Mittwochnachmittag mitteilt, kann die B265 nun wieder zwischen der Kreuzung Theodor-Heuss-Straße in Brühl (Bleibtreusee) und der Abfahrt Köttingen in beide Richtungen befahren werden. Das gilt vorerst aber nur für den Anliegerverkehr. Somit könnten nun auch Anlieferer oder Handwerker die Strecke nutzen.

Derweil gab die Stadt auch bekannt, dass die Wochenmärkte im Erftstädter Stadtgebiet wie gewohnt stattfinden würden. Am Dienstag (20. Juli) wurde auch die Postzustellung von Briefen und Paketen wieder aufgenommen. „140.000 Briefe und 4000 Pakete wurden den Erftstädter Bürgerinnen und Bürgern allein am heutigen Tag zugestellt“, heißt es vonseiten der Stadt. Die Menschen aus Blessem können seit Mittwochmittag ihre Post und Pakete im Postshop in der Carl-Schurz-Straße 47-51 in Liblar abholen.

Hochwasser in Erftstadt: Keine Vermissten mehr

Update vom 21. Juli, 13:48 Uhr: Gute Nachrichten aus dem Rhein-Erft-Kreis. Nach den schweren Unwettern mit Hochwasser und einem Erdrutsch in Erftstadt werden offiziell keine Menschen mehr vermisst. Ermittlungsteams der Polizei hätten nach intensiver Suche alle als vermisst gemeldeten Anwohner gefunden. Es gibt bislang weiterhin keine Todesfälle im Kreis zu beklagen. „Die Personen sind den Umständen entsprechend wohlauf“, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Am Donnerstag (22. Juli) soll es organisierte Begehungen für von den Fluten betroffene Menschen geben. Wie die Stadt Erftstadt mitteilt, werden dann Menschen einzeln mit Sicherheitskräften in ihre Häuser geführt, um wichtige Gegenstände zu sichern. Genauere Details sollen im Laufe des Tages folgen.

Nach Erdrutsch in Erftstadt – noch fünf Menschen vermisst

Update vom 20. Juli, 17:45 Uhr: Die Zahl der Vermissten in Erftstadt ist auf fünf gesunken. Alle weiteren Vermisstenfälle konnten aufgeklärt werden, sagte Frank Rock, Landrat des Rhein-Erft-Kreises, am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Bislang gebe es keine Todesopfer im Kreis zu beklagen, was nach den Schäden und der Zerstörung einem „Wunder“ gleiche, so Rock. Im Ortsteil Blessem müsse dennoch die Evakuierung bestehen bleiben. Vor allem an der Abrisskante zur Kiesgrube bestehe weiterhin „akute Lebensgefahr“.

Erftstadt: Sorge um Krankheitserreger im Wasser und Schlamm

Update vom 20. Juli, 06:16 Uhr: Die Bezirksregierung Köln teilte auf Facebook einen Sicherheitshinweis für Helferinnen und Helfer mit. „Die im Wasser und Schlamm enthaltenen Krankheitserreger können über Hand-Mundkontakt und durch offene Wunden in den Körper gelangen und infektiöse Erkrankungen verursachen. Deshalb muss eine sorgfältige Händehygiene eingehalten werden“, so die Bezirksregierung. Hände müssen demnach mit sauberem Wasser und Seife vor jeder Nahrungsaufnahme oder vor dem Rauchen gewaschen werden. Kinder sollten nicht im Schlamm oder Überschwemmungswasser spielen.

Erftstadt: Viele Bürger dürfen in den nächsten Tagen wieder kurz in ihre Häuser

Update, 19:55 Uhr: Viele Bürger des Stadtteils Blessem dürfen wohl in den nächsten Tagen in ihre Häuser – zumindest kurz, um „ihr Hab und Gut zu sichern“, teilt die Stadt mit. Nach Angaben des Rhein-Erft-Kreises dürfen Anwohner dann „zweitweise und begleitet“ die Häuser betreten. Eine dauerhafte Rückkehr sei noch nicht möglich. Die Planungen für die Begehungen dauern laut Kreis etwa zwei bis drei Tage. „Die Betroffenen werden von der Stadt gezielt angesprochen.“ In einem Radius von 100 Metern um die Kiesgrube dürfe das Gebiet allerdings noch nicht betreten werden. „Es laufen die Vorbereitungen zur Einrichtung einer 100-Meter-Sicherheitszone zur Abbruchkante.“

Erftstadt: 9000 Kubikmeter Wasser im Keller des Krankenhauses

Update, 18:55 Uhr: Auf Facebook informierte die Stadt am frühen Abend über die derzeitigen Maßnahmen der Feuerwehr. Die sei nach wie vor mit vollgelaufenen Kellern beschäftigt. In den nächsten Stunden würde das Neubaugebiet Köttinger Straße angegangen. Außerdem sei versucht worden, die Schadenshöhe im Krankenhaus zu beziffern. Zunächst muss noch der Keller des Krankenhauses leer gepumpt werden, der mit etwa 9000 Kubikmetern Wasser vollsteht. Dann könne man sich ein besseres Schadensbild machen.

Das THW überprüft den Boden auf dem Friedhof im Stadtteil Liblar (Köttinger Straße), da der unmittelbar am Erdwall der B 265 liegt, der die letzten Tage unter Wasser stand. Der Friedhof sei zudem noch überspült.

Update, 15:58 Uhr: Am Montag machte sich NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) ein Bild der Lage in Erftstadt-Blessem. Dabei war der Politiker auch bei der B265 auf der über 100 Autos überflutet worden waren. Reuls Besuch war vorher nicht offiziell gemacht worden. Einem zufällig anwesenden Team der dpa sagte Reul, er sei „sprachlos“ angesichts der Zerstörung. Nun gehe es darum, alles wieder zügig aufzubauen.

Nach Erdrutsch in Erftstadt – 23 Personen vermisst

Update, 14:55 Uhr: Wie der Rhein-Erft-Kreis mitteilt, werden noch 23 Personen vermisst. Todesopfer gibt es auch weiterhin nicht.

Erdrutsch in Erftstadt – gesamter Ort und die B265 geräumt

Update, 14:05 Uhr: Noch immer ist die Gefahr in Erftstadt-Blessem nicht gebannt. Wie die Stadt jedoch am Montagmittag mitteilt, wurde der gesamte Ort und die B265 mittlerweile geräumt. Einsatzkräfte sind die Häuser im Stadtteil abgegangen. Auch weiterhin werden Personen vermisst.

Die Räumungsarbeiten der Einsatzkräfte gehen auch am Montag weiter. „Im Laufe des Tages werden fünf Fahrzeuge nach Pumpmaßnahmen im Regenrückhaltebecken geborgen“, so die Stadt weiter. Personen wurden in den Fahrzeugen nicht aufgefunden. Aktuell sinkt der Wasserstand in Erftstadt weiter.

Erdrutsch in Erftstadt – Haustiere gefunden

Update, 13:15 Uhr: Die Lage im gesamten Rhein-Erft-Kreis ist weiterhin angespannt. Die Abbruchkante gilt auch weiterhin als Risiko. Unzählige Bürgerinnen und Bürger in Erftstadt mussten evakuiert werden.

Erdrutsch in Erftstadt – Vermissten-Hotline

Update, 11:30 Uhr: Im Rhein-Erft-Kreis werden noch immer Personen vermisst. Dafür wurde eine Vermissten-Hotline eingerichtet. Die steht jetzt jedoch vor enormen Herausforderungen. „Aktuell melden sich unter dieser Nummer unzählige Personen, um zu melden, dass sie in Sicherheit sind und/oder NICHT vermisst werden“, so die Bezirksregierung Köln. Die Vermissten-Hotline ist jedoch lediglich für Angehörige, die jemanden, der in der Region ist, vermissen und nicht erreichen können.

Erdrutsch in Erftstadt – Ende der Evakuierung noch unklar

Update, 9:11 Uhr: Die Lage im Rhein-Erft-Kreis und in Erftstadt selbst ist noch immer angespannt. „Schwerpunkt der Arbeit bilden Pumpmaßnahmen in allen unkritischen Straßenlagen in Erftstadt“, teilt die Stadt am späten Sonntagabend mit. In der Zwischenzeit wurden verschiedene Hotlines eingerichtet, um zu helfen:

Erdrutsch in Erftstadt – geflutete Straße geräumt, Ende der Evakuierung noch unklar

Update vom 19. Juli, 08:40 Uhr: Noch immer ist die Gefahr in Erftstadt-Blessem nicht gebannt. Zwar sei die Kiesgrube hinter dem Ortsteil Blessem weiträumig abgesperrt, sagte die Bürgermeisterin der nordrhein-westfälischen Gemeinde, Carolin Weitzel, am Montag im Morgenmagazin von WDR 2. „Ein weiteres Nachrutschen von Erdmassen ist jedoch jederzeit möglich.“ Die betroffenen Stadtteile würden permanent mit Drohnen überwacht. Gleichzeitig liefen geologische Untersuchungen. „Sobald der Ort als begehbar eingestuft wird, beginnen Prüfungen der Statik“, sagte Weitzel.

Unter Hochdruck und Einsatz sämtlicher verfügbarer Ressourcen laufe auch die Suche nach Vermissten, berichtete die Bürgermeisterin. Im Einsatz mit den Rettungskräften vor Ort seien Roboter, Sonargeräte, Drohnen und Suchhunde. Schwerpunktmäßig würden jetzt Liegenschaften in Blessem und die Bundesstraße 265 untersucht.

„Die Hilfsbereitschaft ist überwältigend“, sagte Weitzel. Am meisten gebraucht würden nun Geldspenden und möblierte Unterkünfte.

Erftstadt: Bis auf zwei LKWs konnten alle Fahrzeuge auf B 265 geborgen werden

Update vom 19. Juli, 06:42 Uhr: Die Bergungsarbeiten auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt sind am Wochenende vorangeschritten. Dort waren mehr als 100 Fahrzeuge im Hochwasser eingeschlossen. Bis auf zwei Lastwagen konnten bis Sonntagabend alle Fahrzeuge geborgen werden, hieß es am Sonntag in einem Facebookpost der Stadt Erftstadt. Menschen wurden bislang nicht in den Fahrzeugen entdeckt.

Erftstadt: Ende der Evakuierung steht noch nicht fest

Update vom 19. Juli, 06: 35 Uhr: „Die Lage in Erftstadt-Blessem ist weiterhin prekär“, erklärte Landrat Rock, nachdem er am Sonntag, 18. Juli, mit Fachleuten über die Sicherheitslage vor Ort gesprochen hat. Laut den Experten besteht vor allem in der Nähe der Abbruchkante eine akute Lebensgefahr.

„Ein konkreter Termin für ein Ende der Evakuierungsmaßnahmen konnte zum Zeitpunkt des Ortstermins noch nicht genannt werden“, heißt es dazu in einem Facebookpost des Rhein-Erft-Kreises vom Sonntag.

Erftstadt: Soforthilfezahlung nur noch für Bürger aus Blessem – Linienverkehr rollt teilweise wieder

Update vom 19. Juli, 06:20 Uhr: Wie die Stadt Erftstadt mitteilte, stehen Soforthilfezahlungen der Stadt Erftstadt ab sofort nur noch für Bürgerinnen und Bürger des am stärksten betroffenen Stadtteils Blessem zur Verfügung.

Zudem kann ab Montag, 19. Juli, der größte Teil des Linienverkehrs in Erftstadt wieder aufgenommen werden. Dies teilte die Stadt Erftstadt auf Facebook mit. „Da jedoch einige Teilstücke gesperrt sind, muss auf folgenden Linien Umleitung gefahren werden: Linie 955, Linie 979, Linie 990. Die Linie SB93 fällt bis auf Weiteres aus“, heißt es in einem Post.

Erftstadt: Es kann wieder geduscht werden – doch bei Rückstau sollte Wasserverbrauch reduziert werden

Update vom 18. Juli, 15:53 Uhr: Bewohner von Erftstadt können wieder Wasser nutzen – allerdings nur in Maßen. Eine Dusche oder eine Maschine Wäsche sei kein Problem, teilt die Stadt mit. Sollte es zu einem Rückstau des Wassers im Haus oder der Wohnung kommen, müsse der Verbrauch aber wieder reduziert werden.

Erftstadt: Straße von Wassermassen überflutet – keine weiteren Opfer

Die überflutete B265 bei Erftstadt während der Überflutung und nach der Räumung.
Die B265 bei Erftstadt wurde komplett geflutet, bei der Räumung wurden zahlreiche Fahrzeuge aus dem Wasser geborgen. © Sebastian Peters/IPPEN.MEDIA & Sepp Spiegl/Klaus W. Schmidt GbR/Imago

Update vom 18. Juli, 15:07 Uhr: Es sind gute Nachrichten aus dem Krisengebiet: Auf der B265, die von Wassermassen geflutet wurde, sind keine Opfer gefunden worden. 61 Fahrzeuge wurden geborgen.

Erftstadt: Lage nach Erdrutsch neu bewertet – Verteidigungsministerin besucht Gebiet

Annegret Kramp-Karrenbauer, Verteidigungsministerin, besteigt einen Hubschrauber im Rhein-Erft-Kreis.
Annegret Kramp-Karrenbauer, Verteidigungsministerin, besuchte das Unwettergebiet, um sich ein Bild von der Lage zu machen. © Sebastian Peters/IPPEN.MEDIA

Update vom 18. Juli, 13:08 Uhr: Der Einsatzleiter und ein Geologe überfliegen Blessem in einem Hubschrauber – und beurteilen aus der Luft die Situation. Danach könnte eine Entscheidung über die Sperrung und die anhaltende Evakuierung getroffen werden. Nach diesem Flug könnte also klar sein, wann die Anwohner wieder in ihre Häuser dürfen.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer besuchte das Krisengebiet im Rhein-Erft-Kreis, um sich einen Überblick über das Ausmaß der Unwetterkatastrophe zu machen.

Überblick: Die Lage in Erftstadt am Sonntag – 18. Juli, 11:45 Uhr

Ein eingestürztes Haus nach einem Erdrutsch in Erftstadt.
Ein Erdrutsch brachte in Erftstadt-Blessem Häuser zum Einstürzen. © Sebastian Peters/IPPEN.MEDIA

Erftstadt – Hochwasser und Überschwemmungen haben in Erftstadt im Rhein-Erft-Kreis für Verwüstung gesorgt. Die Unwetter-Katastrophe traf Erftstadt mit großer Wucht. Die Lage vor Ort ist weiter angespannt. Im Ortsteil Blessem riss ein Erdrutsch Häuser weg. Mehrere Häuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein. Blessem ist abgeriegelt.

Durch die Fluten entstand ein riesiger Krater. Allerdings herrscht Unklarheit über die Bodenverhältnisse. Experten untersuchen am Sonntag die Stabilität des Untergrunds. Auch die Abbruchkanten des Erdrutsches werden analysiert. Für Menschen besteht im Bereich des Erdrutsches Lebensgefahr. Polizei und Feuerwehr sind am Sonntagmittag nach an der Abbruchkante im Einsatz.

Anwohner dürfen daher noch nicht in ihre Häuser zurückkehren. „Bitte begeben Sie sich nicht eigenmächtig in das abgesperrte Gebiet, es besteht weiterhin akute Lebensgefahr“, warnt der Rhein-Erft-Kreis eindringlich. Der Kreis nimmt damit Bezug auf Falschmeldungen, die kursieren. Diese besagen, dass eine sichere Rückkehr nach Erftstadt-Blessem möglich sei. „Dies ist NICHT der Fall“.

RegierungsbezirkKöln
KreisRhein-Erft-Kreis
Fläche119,89 Quadratkilometer
Einwohner50.060
Stadtgliederung18 Stadtteile

Erftstadt: Zahlreiche Menschen nach Unwetter vermisst

Derweil geht die Suche nach Vermissten weiter. Zahlreiche Menschen suchen ihre Angehörigen. Die Lage ist angespannt, unter anderem das Telefonnetz zusammengebrochen war. In der von der Stadt am Samstag eröffneten „Personenauskunftsstelle“, wurden 59 Menschen gemeldet, deren Aufenthaltsort nicht bekannt ist. Von ihnen stammen 16 aus Erftstadt. Zu den Gesuchten gehört ein Bewohner eines Seniorenheims, das am Samstag evakuiert werden musste.

Den Angaben der Stadt zufolge konnten Einsatzkräfte bislang 70 Fahrzeuge bergen, 25 stünden noch im Wasser. Bislang wurden keine Menschen in den Autos und Lastwagen entdeckt. Zwei Fahrzeuge konnten Helfer bislang nicht sichten, weil sie unter einen Lkw lagen.

Unwetterkatastrophe in Erftstadt: Bergung und Aufräumarbeiten

In Erftstadt waren am Samstag erste Aufräumarbeiten angelaufen. Die Bundeswehr begann damit, auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt die von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeuge mit Radpanzern zu bergen. (mlu)

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