Torsten Burmester: Was man über den Kölner Oberbürgermeister wissen muss

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Von: Oliver Schmitz

Torsten Burmester war Spitzenfunktionär im Sport sowie Ministerialbeamter, bevor er Oberbürgermeister Kölns wurde. Lebenslauf, Privates und Programm im Überblick.

Köln – Torsten Burmester hat eine berufliche Laufbahn absolviert, die von der SPD-Basis über die höchsten Ämter der Bundes- und Landespolitik bis hin zur Spitze des deutschen Sports reicht. Der 62-Jährige hat sich über mehr als drei Jahrzehnte vom wissenschaftlichen Mitarbeiter im Bundestag zum Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Olympischen Sportbundes entwickelt – und steht nun seit 1. November 2025 für die kommenden fünf Jahre als Oberbürgermeister an der Spitze der Kölner Stadtverwaltung. Burmester hatte sich zvor in der OB-Stichwahl 2025 gegen Berivan Aymaz durchgesetzt.

Torsten Burmester: Herkunft, Ausbildung und Studium

Sportfunktionär Torsten Burmester (Deutscher Olympischer Sportbund, DOSB), OB-Kandidat der SPD für Köln, beim Besuch der esport player foundation zum Wahlkampf Auftakt in Köln. Köln, 06.01.2025 NRW Deutschland.
Torsten Burmester war zuletzt als Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) tätig. © Panama Pictures/Imago

Am 15. Januar 1963 kam Torsten Burmester in dem niedersächsischen Ort Uchte zur Welt. Bereits im Alter von zwei Jahren zog die Familie nach Remscheid, wo Burmester seine Kindheit und Jugend verbrachte. Seine Eltern stammten aus einfachen Verhältnissen: Der Vater arbeitete zunächst als Binnenschiffer, später als Wäscher und Glätter im städtischen Krankenhaus, die Mutter war als Reinigungskraft im Rathaus tätig. Burmester selbst beschreibt seine Kindheit als „einfach, aber gut“. Seine Begeisterung für Politik weckte ein Deutsch- und Geschichtslehrer, der später Oberstadtdirektor in Remscheid wurde.

Nach dem Abitur trat Burmester der SPD bei und absolvierte eine Offiziersausbildung bei der Bundeswehr. 1986 kam er nach Köln, um an der Deutschen Sporthochschule Sportwissenschaft zu studieren. Dort schloss er 1992 als Diplom-Sportlehrer ab und bildete sich anschließend am Institut der deutschen Wirtschaft weiter. Köln wurde für den ehemaligen Handball-Torhüter zur Wahlheimat – seit fast 40 Jahren lebt er nun in der Domstadt.

Torsten Burmester: Karriere zwischen Sport und Politik

Nach seinem Studium begann Burmester 1994 als wissenschaftlicher Mitarbeiter für den SPD-Bundestagsabgeordneten Wilhelm Schmidt, den sportpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion. Es folgten Stationen bei der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem SPD-Parteivorstand. Zur Bundestagswahl 1998 arbeitete er in der „Kampa“, der SPD-Wahlkampfzentrale für Gerhard Schröders Kanzlerkandidatur.

Von 2002 bis 2005 war Burmester persönlicher Referent von Bundeskanzler Schröder, bevor er ins Bundesinnenministerium wechselte, wo er von 2005 bis 2011 als stellvertretender Abteilungsleiter Sport tätig war. Anschließend führte ihn sein Weg nach Nordrhein-Westfalen: Von 2011 bis 2020 leitete er die Abteilung Wirtschaftsrecht im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie NRW.

2020 wechselte Burmester in den Sportbereich zurück und wurde Generalsekretär des Deutschen Behindertensportverbands. Im Februar 2022 wurde er dann Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Im Zuge seiner OB-Kandidatur in Köln wurde er aber Ende 2024 abberufen.

Torsten Burmester: Privatleben und Kölner Verwurzelung

Burmester ist verheiratet und Vater zweier Töchter im Alter von 16 und 17 Jahren. Mit seiner Familie lebt er seit 16 Jahren im Kölner Stadtteil Bayenthal, zuvor wohnte die Familie in der Südstadt. Seine Töchter bezeichnet er stolz als „echte Kölnerinnen“, die in Köln zur Schule gehen. Trotz seiner fast vier Jahrzehnte in Köln nennt sich Burmester selbst noch immer „Immi“ – Kölsch für Zugezogener.

Torsten Burmester: Kommunalwahl 2025 und Stichwahl zum Oberberbürgermeister in Köln

Der designierte Kölner Oberbürgermeister Torstem Burmester steht vor einem SPD-Büro in Köln.
Torsten Burmester (SPD) ist der neue Oberbürgermeister von Köln. © Thomas Banneyer/dpa

Am 22. November 2024 hatte die Kölner SPD Torsten Burmester als ihren Oberbürgermeisterkandidaten vorgestellt. Mit dem Slogan „Köln muss es besser können und Köln kann es besser“ trat er gegen zwölf weitere Kandidaten an. Im ersten Wahlgang am 14. September 2025 erreichte er 21,33 Prozent der Stimmen und zog damit in die Stichwahl gegen die Grünen-Kandidatin Berivan Aymaz ein, die er letztlich mit rund 53 Proten für sich entschied.

Burmester konzentrierte sein Programm auf drei Schwerpunkte: bezahlbaren Wohnraum, Sicherheit und Sauberkeit in allen Stadtteilen sowie sozialen Zusammenhalt. Die SPD plant unter seiner Führung Investitionen von 500 Millionen Euro für den Wohnungsbau in den nächsten fünf Jahren und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Weitere Programmpunkte umfassen die Modernisierung von Bildungseinrichtungen, eine geplante Verkehrswende und die Stärkung der Wirtschaft. Burmester verspricht eine handlungsfähigere Stadtverwaltung und mehr Bürgerbeteiligung.

Torsten Burmester: Vereidigung und Amtsantritt als Oberbürgermeister

Am 1. November 2025 trat Burmester offiziell das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Köln an. Wenige Tage vor seiner Vereidigung, die am 6. November 2025 in der ersten Sitzung des Rates der Stadt Köln erfolgen soll, übergab ihm seine Vorgängerin Henriette Reker bei einem Treffen im Historischen Rathaus die Amtsgeschäfte. Burmester dankte Reker für die vertrauensvollen Gespräche in den Wochen der Amtsübergabe sowie für ihre zehnjährige Amtszeit als Oberbürgermeisterin. In seiner ersten Stellungnahme erklärte Burmester, die Kölnerinnen und Kölner hätten ihn gewählt, weil sie ihm zutrauten, Köln zu gestalten und die vielfältigen Herausforderungen entschlossen anzugehen. Er habe die Monate seit der Wahl genutzt, um einen Fahrplan zu erstellen, mit dem er seine konkreten Ideen vom ersten Tag seiner Amtszeit an konsequent durchsetzen könne. (os)

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