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Langenfeld: Gymnasium will Schüler gegen Corona impfen – jetzt hagelt es Drohungen

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Von: Oliver Schmitz

Schülerinnen und Schüler einer fünften Klasse sitzen während des Unterrichts in ihrem Klassenzimmer.

Aktuell befinden sich die meisten Schulen in NRW noch im Wechselunterricht, sie können aber voraussichtlich ab dem 31. Mai wieder in den Präsenzunterricht übergehen. (Symbolbild) © Philipp von Ditfurth/dpa

Mehr als 800 Jugendliche in der Schule mit Biontech Impfen? Genau das hat ein Gymnasium aus Langenfeld vor und erhält dafür nun böse E-Mails und Anrufe von Impfgegnern.

Langenfeld – Am 31. Mai ist es so weit: Aufgrund sinkender Corona-Zahlen sollen dann die Schüler in Nordrhein-Westfalen in den Präsenzunterricht zurückkehren. Voraussetzung dafür sind jedoch weiterhin Hygienevorschriften sowie eine Masken- und Testpflicht.

Damit sich das in Zukunft wieder ändern kann, wurde von Biontech auch bereits ein Impfstoff für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren entwickelt. Eine Zulassung steht zwar noch aus, doch manche fiebern bereits eifrig auf genau diese hin. So auch das Konrad-Adenauer-Gymnasium in Langenfeld (60.000 Einwohner, liegt zwischen Köln und Düsseldorf). Ihr Plan: Mit einem eigenen Team zentral in der Schule impfen.

Impfung an Schule in Langenfeld: Impfgegner üben heftige Kritik

Wie der WDR berichtet, hat die Schule im Kreis Mettmann nun eine Initiative gestartet, die die Turnhalle in ein Impfzentrum umwandeln soll. In diesem sollen dann alle Schüler, die wollen, gegen das Coronavirus geimpft werden. Die Idee dazu stammt aus der Elternschaft, genauer gesagt von der Ärztin Debora Langenberg. Sie arbeitet selbst in einem Impfzentrum und konnte auch den Schulleiter von ihrem Vorschlag überzeugen. Der Initiatorin ist es wichtig zu betonen, dass Schüler, beziehungsweise Eltern, diese Entscheidung letztlich selbst treffen. „Natürlich geht es nur um diejenigen, die sich gerne impfen lassen möchten“, erklärt Langenberg gegenüber dem WDR.

Auch wenn die Idee bei den Eltern überwiegend Zustimmung erhält, gibt es auch einige, die ihre Kinder nicht impfen lassen möchten und sich kritisch zeigen. Die Sorge ist: Dadurch könnten nicht-geimpfte Kinder stigmatisiert werden. Doch Debora Langenfeld widerspricht dem: „Generell gilt ja: Wenn 90 Prozent der Kinder geimpft sind, sind die anderen auch geschützt“.

Bei konstruktiver Kritik blieb es allerdings nicht. Die Nachricht von der Idee der Schule löste einen regelrechten „Shitstorm“ aus. Das Gymnasium erhielt Drohmails und feindselige Anrufe, meist von Impfgegnern, die gar nicht in Langenfeld leben. Dabei soll der Schule sogar „Kindesmissbrauch“ vorgeworfen worden sein – womit eine „rote Linie“ überschritten wurde. Laut WDR hatte der Schulleiter des Konrad-Adenauer-Gymnasiums mit sowas nicht gerechnet.

Adenauer-Gymnasium will Schüler noch vor den Sommerferien gegen Covid-19 impfen

Trotz des Gegenwinds hält das Gymnasium weiter an seiner Idee fest. Am liebsten möchte man die willigen Schüler noch vor den Sommerferien ein erstes Mal impfen lassen. Die zweite Dosis soll dann am ersten Schultag nach den Ferien erfolgen, damit ab der Unterricht wieder möglichst normal stattfinden kann.

Damit der Plan auch aufgeht, muss nicht nur eine zeitnahe Zulassung erfolgen, sondern das Konrad-Adenauer-Gymnasium anschließend auch genug Impfstoffe erhalten. Darüber hinaus muss aber auch die Landesregierung der Idee noch zustimmen, weshalb der Vorschlag laut WDR nun beim Schul- und Gesundheitsministerium zur Prüfung vorliegt. Die SPD hatte vor kurzem noch gefordert, dass die Impfungen an Schulen und Kitas über Mobile Impfteams erfolgen sollen. (os)

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