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„Wir haben die Nase gestrichen voll“ – Hotel- und Gastgewerbe in NRW sieht Corona-Politik gescheitert

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Alles dicht: Der Dauer-Lockdown treibt viele Gastronomen und Hoteliers in die Verzweiflung.
Alles dicht: Der Dauer-Lockdown treibt viele Gastronomen und Hoteliers in die Verzweiflung. © Annette Riedl/dpa

Im Zuge der neusten Corona-Maßnahmen zeigt sich das Hotel- und Gastgewerbe mehr als unzufrieden und fordert baldige Öffnungen für Geimpfte, Genesene und Getestete.

Düsseldorf – Nach den verschärften Lockdown-Beschlüssen hat das Hotel- und Gastgewerbe in Nordrhein-Westfalen Bund und Ländern eine gescheiterte Corona-Politik vorgeworfen. Nachdem Gastronomie und Hotellerie wieder leer ausgegangen seien, müsse das Gastgewerbe nun für Geimpfte, Genesene und Getestete geöffnet werden, forderte der Branchenverband Dehoga NRW am Dienstag. Die dafür unverzichtbare Infrastruktur müsse der Staat schnellstmöglich organisieren. Angesichts der politischen Versäumnisse bei Tests, Impfungen und Digitalisierung gehe es jetzt „um Entschädigungen, nicht mehr nur um Hilfen“. Am Wochenende hatte sich der Branchenverband noch über die seltsame Urlaubssituation für Deutsche beschwert.

Gastronomie und Hotellerie sind seit Anfang November geschlossen. Die Ministerpräsidenten der Länder und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen und der rasanten Verbreitung der britischen Virusvariante die Verlängerung des Lockdowns bis 18. April beschlossen. Anfang des Monats hatte Dehoga sogar noch mit einer Klage bei andauerndem Lockdown gedroht.

Gastronomie in NRW: Stimmung in Hotel- und Gastgewerbe am Tiefpunkt – Dehoga fordert Entschädigung

„Ohnmachtsgefühle, Existenzangst, Resignation, Wut und Ärger bei Gastronomen, Hoteliers wie bei Beschäftigten und Auszubildenden steigen seit dem zweiten Lockdown“, sagte NRW-Dehoga-Präsident Bernd Niemeier. „Die Stimmung ist verheerend: Wir haben die Nase gestrichen voll, vor allen Dingen weil wir unsere Hausaufgaben gemacht haben und der Staat seine nicht.“

Der Verband forderte als Entschädigung für sein „Sonderopfer“ mehr Unterstützung wie einen angemessenen Unternehmerlohn und die Erhöhung der Fixkostenerstattung bis 100 Prozent. Für die größeren Arbeitgeber der Branche müsse die Schadensregulierung fortgeführt werden, da die derzeitige Überbrückungshilfe III aufgrund der Obergrenzen nicht ausreiche. Zudem müsse die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht über den 30. April hinaus dringend verlängert werden. Immer noch seien nicht alle November- und Dezemberhilfen ausbezahlt worden. (dpa)

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